Nach vielleich 4 Stunden Schlaf packen wir noch ziemlich abgewrackt unseren Krempel für die Show heute im Tribehouse in Sao Paulo. Wie immer kommen wir einige Stunden zu spät, es ist ein ewiges hin- und her, da keiner so recht weiß, was wir eigentlich an Backline mitnehmen müssen. Rafael, der an diesem Abend Veranstalter ist, befindet sich schon am Club, als uns seine Eltern bei Bato aufgabeln wollen. Mit völlig überladenen Karren und wie die Sardinen eingequetscht fahren wir durch Sao Paulo. Bato findet mal wieder den Weg nicht, und so sind unsere Beine ziemlich im Eimer, als wir endlich aus den Karren steigen können. Vor Ort geht das Durcheinander weiter, jede and sucht sich einen Ort zum Sachen abladen, es spielen schon Bands. Leider kriegen wir die nur am Rande mit, da wir mit Merchaufbau und anderen Gigvorbereitungen beschäftigt sind. Sehr geil ist, ds Rafaels Mutter Soup den Merchstand entreißt und guten Umsatz macht. Schnell hat sie den anwesenden Mädels T-Shirts und Cds aufgequatscht, obwohl LFT noch nicht eine Note gespielt haben.
Da wir relativ spät dran sind, heißt es für No Lie schnell auf die bühne zu kommen. Leider straft das anwesende Publikum die Brasis mit nur mäßigem Zuspruch. Sehr schade, denn sie spielen ein knappes, aber sehr geiles Set, und der Sound ist für meinen Geschmack der beste dr bisherigen Tour. Nach vielleicht 30 Minuten sind LFT dran und wir bauen im Eiltempo auf. Während des Aufbaus sammelt sich eine Traube Menschen vor der Bühne, um die Exoten, die “Gringos” zu bestaunen. Das Set wird von Samuel begonnen, der mit halbseidenen Portugisischkenntnissen Stimmung macht. Auch LFT haben nur wenig Spielzeit, und schnell wird der letzte Song angekündigt und ich darf auf die Bühne. Die Leute feiern zu “Elain” genauso ab wie zu den anderen Songs des LFT-Sets, nur leider tritt David den Strom aus dem Bodentreterstimmgerät und ich bleibe am Schluss von “Elain” stumm. Egal, Spaß gemacht hat es trotzdem. Nach LFT sind noch DRIVE IN und ENVYDUST dran, die mit gutem Metalcore/Screamo den Abend beschließen.
Die Location ist auf jeden Fall sehr geil, ich kann sie nur jedem Sao Paulo-Besucher wärmstens empfehlen. Die Leute sind extrem nett, und man kann sich ausszuchen, ob man die Show aus dem “Innenraum” oder von der Tribüne anschauen will. Aka, das Tribehouse hat zwei Etagen und das macht den Club irgendwie interessant, auch weil alles so verwikelt ist.
Auf dem Rückweg steigen wir mal wieder bei Habib`s ab und ziehen uns diese kleinen Teigdinger rein. Satt und glücklich machen wir es uns noch mit ein paar Bier in Bato`s Studio gemütlich und sind dann verhältnismäßig schnell im Bett, da sich die letzten Tage (und Busfahrten) doch deutlich bemerkbar machen.




