25.11.2009 /// Tag 14 – wieder Milo und wieder Chaos

Vom letzten Abend noch gut vollgestopft wache ich schon wieder in einer ungesunden Stellung im “Bett” auf. Das bedeutet, dass der gestrige Abend gut gewesen sein muss.

Dem Muskelkater im Bauch zu urteilen gab es auf jeden Fall eine Menge zu lachen.

Wir lassen den Tag heute mal wieder gewohnt ruhig angehen; also ausschlafen, duschen, zu Onaga essen und auf Bato warten. Wir wollen so schnell es geht zu Rafael, denn nur dort können wir wirklich gut ins Internet und z.B. den Tourblog pflegen. Wir haben hier echt nicht viel zu tun, aber der Tourblog verlangt uns irgendwie alles ab. Mit schreiben, hochladen, Fotos aussuchen etc. Deswegen mach ich mal an dieser Stelle einen Aufruf uns weiterhin eurer Feedback zu schreiben. Wir freuen uns über jede Nachricht (per Myspace, Email etc.)!

Zurück zum Geschehen: Wir machen uns auf um Bato zu wecken, damit er uns zu Rafael fährt. Das klappt auch ganz gut, und keine halbe Stunde später steht Bato als Fahrer bereit. Bei Rafael angekommen stürzen sich alle in die virtuelle Welt. Rafaels Telefon klingelt pausenlos, weil er irgenwas wegen den ansteheden Gigs klären muss. Nach einem Telefonat wendet er sich an Damian und sagt, dass der Tätowierer jetzt auf ihn wartet. Ich hab von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber anscheinend hat Damian gestern mit Rafael gesprochen, dass er sich gerne ein Tattoo stechen lassen will. Rafael hat daraufhin einen sehr bekannten Tattoo-Menschen angerufen, der sich jetzt extra Zeit nimmt für Damian.

Da bin ich ja direkt mit der Kamera am Start. Also fahren Bato, Damian, Soup und ich direkt ins Zentrum von Sao Paulo. Im Studio angekommen versucht Damian seine Wünsche zu äußern, was nur mäßig gelingt. Er hat aber eine Skizze…und seine Hände und Füße. Bato ist nicht gerade der beste Dolmetscher, aber der Tätowierer legt direkt mit einer Zeichnung los, die von Damian abgesegnet wird. Dann liegt Damian auch schon unter der Nadel und lässt sich sein “Amore e Muscia” (Liebe und Musik) auf den Oberarm stechen. Es geht wirklich superschnell, und der Tätowierer arbeitet sauber und präzise. Nach 30 Minuten ist der Spaß vorbei und Damian strahlt.

Wir fahren direkt wieder zurück zu Rafael und treffen im Wohnzimmer/Flur auf David und Seppo, die offensichtlich Rafaels Zimmers verwiesen wurden, der sich angeblich oben mit einem Mädchen “unterhält”. Rafaels Vater sitzt wie immer laut Musik hörend vorm TV und erklärt mir mit eindeutigen Bewegungen, worüber Rafael und das Mädchen wohl “sprechen”. Nach 15min dürfen wir dann wieder oben ins Zimmer und erledigen noch schnell unseren Internetkram. In der Zwischenzeit hat Rafaels Mutter eingekauft und gekocht: Reis (wer hätte es gedacht), Zwiebelsauce und Kotellet. Superlecker! Vollgegessen heißt es dann auf einmal Stress im Haus, denn wir sollen direkt zu einer Fotografin um Promofotos zu machen. Okay den Satz hören wir nicht zum ersten Mal, trotzdem beeilen wir uns diesmal wirklich, werden direkt ins Studio gefahren, machen uns fertig und….warten. Es dauert mal wieder bis Bato kommt und wir wieder zu Rafael fahren, ihn einladen und direkt zur Augusta (so heißt hier die Partystraße; sowas wie Zülpicher in Köln oder Pontstr. in Aachen). Wir fahren mehrmals im Kreis, weil anscheinend keiner von den Brasis den Weg kennt. Irgendwo haten wir an, weil wir die Fotografin Mel an einer Bushaltestelle sehen. Alle Türen gehen gleichzeitig auf und wir beeilen uns die nächstegelegene Toilette zu finden. Ich habe glaube ich vorher ca. 5 Bier getrunken und danach sind wir eine Stunde rumgefahren. Meine Blase war kurz vorm Zusammenbruch. Den Anderen ging es anscheinend genauso. Nachdem wir Mel eingeladen haben, und es mittlerweile 23.30h ist (das Fotoshooting war für ca. 21h geplant), gehen wir in aller Seelenruhe in einer Kneipe was trinken. Es stellt sich schnell heraus, dass wir heute kein Shooting mehr machen, sondern nur noch ins Milo gehen.

Das ist derselbe Club wie letzten Mittwoch. Also coole Musik und nette Leute. Vor der Location ist schon eine lange Schlange, in der auch Love Hate Hero schon kräftig tanken. Wir gesellen uns zu den Jungs und es fließt ordentlich Alkohol. Es dauert ziemlich lange bis wir endlich in den Club können, aber dank der Wartezeit kenne ich mittlereile jeden in der Schlange mit Namen. Neben Love Hate Hero

sind auch einige andere Bekannte von Bands da, die wir schon von vorherigen Shows kennen. Genauso ist es auch im Laden. Im Gegensatz zum ersten Mal gibt es hier viele bekannte Gesichter. Ich denke, wenn wir nächsten Mittwoch wieder gehen würden, dann kennen wir wirklich alle. Ist ein bißchen so wie in Aachen montags ins Apollo zu gehen. Ich bin auf jeden Fall sehr gut drauf, trinke und unterhalte mich viel. Letzendlich geht der Abend superschnell rum und gegen 5 Uhr Morgens brechen wir auf, um in Batos Studio ziemlich direkt den Weg ins Bett zu finden.

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